Die Kirche in Pölzig

Über den Anfang der Kirche ist nichts genaues bekannt, man schätzt den Anfang des 14. Jh.s.

Pölzig

1320

Vermutlich gab es eine kleine Kapelle, denn es wird ein Predigermönch erwähnt.

1510

Anbauten (Turm und Chor) am Langschiff im Stil der Spätgotik. Der Chor ist 8,4 m lang und 6,8 m breit, das Langhaus 8,6 m lang und 11 m breit. Aus dieser Zeit sind der spitzbogige, rechteckige Triumphbogen und die spitzbogigen Fenster erhalten.

1691

Entfernung aller Heiligenbilder auf Befehl der Gräfin Barbara Helene von Donnersmark.

1692

Anbringung biblischer Gemälde mit je einem erklärenden Spruch an der in Felder geteilten flachen Holzdecke im Chor und im Langschiff.
Aus dieser Zeit stammt auch die Kanzel, die als Achteck auf einer korinthischen Säule mit gewundenem Schaft auf Konsolen und Zapfen gebildet ist.

1725

Prof. August Hermann Francke aus Halle wirkt auf dem Pölziger Schloss; es werden dort regelmäßig Bibelstunden und Vormittagsgottesdienste gehalten.
Das Rittergeschlecht derer von Donnersmark war sehr fromm, was sich auch in reichlichen Spenden und einen treuen Gottesdienstbesuch in der Kirche zeigte. Der enorme Zulauf der Veranstaltungen auf dem Schloss (aus Gera, Ronneburg, Köstritz, Roben etc.) führte bald zu Spannungen mit dem Ortspfarrer Gerstenberg.

1744

Anschaffung der Turmuhr aus Kirchenvermögen. Hersteller: Peter Fritzsche, Zeitz.

1774

Veränderungen und Restaurationen werden durchgeführt (z.B. die Entfernung der Stütz- und Scheidelbögen).

1810

Die Kirche erhält eine erste, kleine Orgel.

1835

Anschaffung einer größeren Orgel, aus Stiftungen Pölziger Bürger finanziert.

1922

Die Kirche erhält ein neues Stahlgeläut von Schilling und Lattermannn, Apolda. Zwei von drei Glocken waren im ersten Weltkrieg zerschlagen worden (eine aus dem 15. Jh. und eine von 1801). Die mittlere Glocke von 1854 mit der Aufschrift „Die Stimme eines Predigers in der Wüste bereitet dem Herrn den Weg“, wurde dafür in Zahlung gegeben.

1935

Neueindeckung des Kirchturms und Anbringung einer Wetterfahne in Fischform.

1979

Große Renovierungsarbeiten durch Pfr. Rolf Heidel. Nach der Entfernung der Bänke und Dielen werden die Grundmauern sichtbar, ebenso die Anbauten aus dem 16. Jh. Dem Kirchenarchiv wird eine Skizze übergeben.

1980

Die ganze Kirche wird neu verputzt und gestrichen. Res-tauration der Deckengemälde von 1692 durch Malermei-ster Kretschmar aus Gauern, Restauration und Neueinbau von Kanzel und Orgel.
Hinter einem Gemälde von Johann Schmidt (Christov) 1693 gemalt, wird ein Monument sichtbar, welches den am 18.04.1584 verstorbenen Besitzer des alten Rittergutes „Dietrich von Creutzen und dessen Ehefrau Barbara von Etzdorf aus dem Hause Aga samt Wappen darstellt. Das Gemälde wird an einer anderen Stelle der Kirche wieder aufgehängt.

1981

Neue Einweihung der renovierten Kirche am 27. September durch Landesbischof Leich. Insgesamt kamen etwa 1000 Gäste, so dass die Kirche die Menschen nicht fassen konnte.